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Dieser Text wurde von den Vorjuroren für den Egon-Erwin-Kisch-Preis 2009 vorgeschlagen.
Kalojew ist fort. Heute Morgen kurz vor acht, silbergraue Sportschuhe an den Füßen, schwarze Hose, schwarzes Hemd, setzte er sich ins Auto, einen Dienstwagen des Bauministeriums der russischen Republik Nordossetien, Kennzeichen A928MK 15 RUS, und fuhr in den Krieg.
Seine Tasse, halb voll, steht noch hier, im Schrank die Plastik, die er vor Monaten, heimgekehrt aus dem Schweizer Knast, verehrt bekam, ein Bronzekrieger mit gekreuzten Säbeln über grimmigem Haupt: Witalij Kalojew, geboren am 15. Januar 1956, Ossete des Jahres 2007.
Daneben die Tabletten gegen den Bluthochdruck.
Er ist kein schlechter Mensch, weint Soja, Kalojews älteste Schwester, eine Großmutter, die ihren Mann während Wochen verlässt, um Kalojew das Frühstück zu machen, die Wäsche, den Haushalt, den kleinen Garten vor dem mächtigen, hohen Haus. Er ist, weint Soja in der Küche ihres berühmten Bruders, gut und wild.
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